Vanilla-Optionen

Was sind Vanilla Options und wie funktionieren diese?

Der Handel mit Vanilla Options bietet eine Möglichkeit, auf Finanzmärkten zu spekulieren, ohne das Handelsobjekt selbst kaufen oder verkaufen zu müssen. Erfahren Sie alles, was Sie über den Handel mit Vanilla Options wissen müssen – von den typischen Eigenschaften und der Funktionsweise bis zur Eröffnung eines Optionskontos. Finden Sie auch Beispiele zum Optionshandel.


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Was sind Standard Optionen?

Standard-Optionen sind Kontrakte, die dem Trader das Recht geben, eine bestimmte Menge eines Gutes (Basiswert) zu einem vorher definierten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Wer Standard-Optionen (auch Plain Vanilla Option) handelt, hat nicht nur die Möglichkeit, den Basiswert und dessen Menge zu bestimmen, sondern auch, wann und zu welchem Preis er ausüben kann. Optionen können für einen Tag, eine Woche, wenige Monate oder sogar ein Jahr gehandelt werden.

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Der Optionshandel ist für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Viele würden den Kassahandel Optionen vorziehen, doch wenn sich ein Trader einmal für Optionen begeistert, hängt er am Haken. Die Vielfalt der Möglichkeiten sowie die Fähigkeit, alle Aspekte des Trades kontrollieren und dabei Chancen und Risiken angemessen abwägen zu können, lockt viele Trader in die Welt, in der alle Türen offen stehen.

Terminologie

In der Welt des Optionshandels existieren einige Fachbegriffe, die man kennen muss, bevor man mit dem Handel beginnt. Es gibt zwei Arten von Optionen:

  • Kaufoptionen (auch Call-Optionen) geben dem Käufer das Recht, ein Gut zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Call-Optionen werden üblicherweise von Tradern gekauft, die glauben, dass der Markt bald steigen wird. Man bezeichnet sie auch als Bull-Trader.
  • Verkaufsoptionen (auch Put-Optionen) geben dem Käufer das Recht, ein Gut zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Folglich werden Put-Optionen von Tradern gekauft, die glauben, dass der Markt nach unten geht. Man nennt sie Bear-Trader.

Man kann beide Optionsarten kaufen oder verkaufen.

Um eine Option zu besitzen, muss der Käufer dem Verkäufer einen Geldbetrag zahlen, der Prämie genannt wird. Wenn der Trader als Käufer auftritt, zahlt er die Prämie und wenn er eine Option verkauft, dann erhält er die Prämie. Die Höhe der Prämie orientiert sich an verschiedenen Faktoren, wobei der aktuelle Preis des Basiswertes der erste ist. Da Optionen Terminkontrakte sind, spielt außerdem die Zeit eine Rolle. Der Tag, an dem die Option ausgeübt werden kann, heißt Laufzeitende. Und der Preis, zu dem der Käufer die Option ausüben kann, heißt Basispreis (auch Strike-Preis). Für länger laufende Optionen ist eine höhere Prämie zu zahlen als für kurz laufende – ähnlich einer Versicherung.

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Marktvolatilität

Ein weiterer Schlüsselfaktor bei der Bestimmung der Prämie ist die Volatilität des Basiswertes. Eine hohe Volatilität erhöht den Preis der Option. Denn eine höhere Volatilität bedeutet, dass eine größere Wahrscheinlichkeit für gewinnbringende Marktbewegungen besteht – möglicherweise sogar bevor der Strike-Preis der Option erreicht wurde. Ein Trader kann sich an jedem Tag entscheiden, seine Position zu schließen und Gewinne aus einem Prämienanstieg zu realisieren – egal, ob die Prämie wegen einer höheren Volatilität gestiegen ist oder weil der Markt die richtige Richtung eingeschlagen hat.

Anstieg von:Call-OptionPut-Option
Basiswert+
Strike-Preis+
Restlaufzeit++
Volatilität++

Die Grundlagen des Optionshandels

Beim Kauf einer Option – egal ob Put oder Call – zahlt der Trader die Prämie vom Guthaben seines Kontos und seine potenziellen Gewinne sind grenzenlos. Beim Verkauf einer Option erhält der Trader dagegen die Prämie auf sein Konto, jedoch sind hierbei die Verluste unbegrenzt, falls der Markt gegen die eigene Position läuft – ähnlich einem Leerverkauf im Kassahandel. Um dieses Risiko zu beschränken, kann der Trader eine Stop-Loss-Order auf die Option platzieren – genau wie im Kassahandel. Alternativ kann der Trader als Gegengeschäft eine Option kaufen, die weiter „aus dem Geld“ ist, um sein Risiko zu verringern.

Beim Kauf einer Option hat man dagegen ein begrenztes Risiko, denn maximal verliert man die gezahlte Prämie. Falls man Optionen verkauft – eine hervorragende Möglichkeit für ein regelmäßiges Einkommen – handelt man wie eine Versicherungsgesellschaft, die jemandem eine Absicherung seiner Position anbietet. Dafür kassiert man die Optionsprämie. Falls der Forex-Markt dann die vom Verkäufer gewünschte Richtung einschlägt, kann er den Profit aus der Risikoübernahme behalten. Liegt der Verkäufer dagegen falsch, so ist es nicht viel anders als bei einem Leerverkauf im Kassahandel.

In beiden Fällen ist der Trader einem unbegrenzten Verlustrisiko ausgesetzt. Daher kann er seine Position beispielsweise durch eine Stop-Loss-Order schließen. Doch zumindest hat er die Optionsprämie verdient – so wie man bei einem Leerverkauf den Verkaufspreis der Aktie erzielt.

Etappen des Optionshandels

  1. Der erste Schritt im Optionshandel ist die Bestimmung der Marktmeinung zu einem ausgesuchten Basiswert. Falls der Trader glaubt, dass ein bestimmtes Gut im Preis steigen wird, dann hat er drei Möglichkeiten, um dies umzusetzen. Die erste ist der Kauf des Gutes auf dem Kassamarkt.
  2. Die zweite ist der Kauf einer Option. Mit dieser Strategie kann er höchstens seine gezahlte Prämie verlieren und er kann seine Position jederzeit schließen. Das ist der sicherste Weg, um eine bullische Marktmeinung auszudrücken.
  3. Die dritte Möglichkeit ist der Verkauf einer Put-Option. Falls der Preis des Basiswertes bei Laufzeitende höher ist als der Strike-Preis, dann verfällt die Option wertlos – und der Trader behält die vereinnahmte Prämie komplett.

Beispiel-Trades

Szenario: Der aktuelle Forex Kurs des EUR/USD-Paares beträgt 1,1000. Der Trader spekuliert darauf, dass der Preis innerhalb einer Woche steigen wird.

Kassahandel: Im ersten Szenario eröffnet er eine Position über 10.000 Einheiten auf irgendeiner Plattform zu den gegebenen Spreads. Falls der EUR/USD im Preis steigt, dann macht der Trader unmittelbar einen Gewinn.

Kauf einer Call-Option: Nach der zweiten Strategie kauft er eine Call-Option mit einer Restlaufzeit von einer Woche und einem Strike-Preis von beispielsweise 1,1020. Wenn er die Option kauft, muss er die Prämie zahlen, die die Handelsplattform anzeigt, beispielsweise 0,0050 bzw. 50 Pips. Falls der EUR/USD bei Laufzeitende über dem Strike-Preis liegt, verdient der Trader die Differenz zwischen Strike-Preise und dem aktuellen EUR/USD-Wechselkurs. Seine Gewinnschwelle liegt also beim Strike-Preis zuzüglich der gezahlten Prämie. Auch vor Laufzeitende kann der Trader von Preisbewegungen profitieren. Denn je höher die Volatilität steigt, desto höher steigt auch der Optionspreis.

Falls der Kurs beispielsweise bei 1,1100 liegt, befindet sich die Option 0,0080 oder 80 Pips „im Geld“ und sein Profit würde 80 Pips abzüglich der 50 Pips Prämie betragen. Wenn der Kurs allerdings unter dem Strike-Preis liegt, dann verliert er lediglich die Prämie von 50 Pips und nicht mehr.

Verkauf einer Put-Option: Im dritten Fall verkauft der Trade eine Put-Option. Das bedeutet, er tritt als Stillhalter auf und erhält die Prämie direkt auf sein Konto. Das Risiko, das er dabei eingeht, ist, dass seine Marktmeinung falsch ist. Also muss er den Strike-Preis mit Bedacht wählen. Er sollte sich mit seiner Meinung, dass der EUR/USD nicht unter diese Schranke fallen wird, wohlfühlen.

Anders ausgedrückt, muss der Trader damit einverstanden sein, den EUR/USD zum Strike-Preis zu kaufen, falls der Kurs am Laufzeitende unterhalb des Strike-Preises liegt. Denn der Optionskäufer hat das Recht, den EUR/USD zum Strike-Preis zu verkaufen. Als Ausgleich für die Übernahme dieses Risikos, erhält der Verkäufer die Optionsprämie. Falls der Kurs dagegen über dem Strike-Preis endet, behält der Verkäufer die Prämie und kann erneut eine Option verkaufen, um den Profit aus seinem ersten Trade zu vermehren.

In beiden Handelbeispielen wird die Prämie vom Markt bestimmt und zum Zeitpunkt des Trades so auf der AvaOptions Handel plattform angezeigt. Die Gewinne und Verluste richten sich dann nach dem Preis des Basiswertes zum Laufzeitende.

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Risikomangement

Letzten Endes werden Optionen tatsächlich als sicheres Investment angesehen. Für einen Optionskäufer sind sie weit weniger risikoreich als der Handel des Basiswertes. Auch für einen Verkäufer sind die Abwärtsrisiken geringer als beim Handel mit dem Basiswert falsch zu liegen. Denn er wählt den Strike-Preis entsprechend seiner Risikobereitschaft und erhält die Prämie für die Übernahme dieses Risikos. Aber man benötigt Zeit, um sich umfassend mit Optionen vertraut zu machen.

Umsetzung jeder Marktmeinung

Vielleicht ist der bedeutendste Vorteil von Optionen der, dass man jede Marktmeinung ausdrücken kann, indem man Kauf- und Verkaufspositionen in Call- und Put-Optionen sowie im Basiswert eingeht. Der Trader ist baerisch im USD/JPY Handel, aber nicht sicher? Dann kann er eine Put-Option mit der gewünschten Laufzeit erwerben, sich zurücklehnen und entspannen. Egal ob der USD/JPY morgen nach oben oder unten geht, der Trader hat bis zum Laufzeitende eine sichere Position. Falls sich herausstellt, dass er richtig lag, dann profitiert er sobald der Kurs des Basiswertes mindestens in Höhe der Prämie unter dem Strike-Preis liegt.

Viele Strategien:

Wie jedes Instrument birgt auch der Optionshandel Risiken und kann zu Verlusten führen. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen dem Kassa- und dem Optionshandel. Beim Kassahandel kann der Trader nur auf die Richtung spekulieren, in die sich der Markt bewegt – geht er hoch oder runter. Bei Optionen hat er dagegen auch die Möglichkeit, Strategien umzusetzen, die sich nach vielen Faktoren richten: Kurs im Vergleich zum Strike-Preis, Zeit, Markttrends, Risikobereitschaft und mehr. Mit anderen Worten hat er mehr Kontrolle über sein Portfolio und deshalb mehr Bewegungsspielraum.


https://www.avatrade.de/forex/what-are-vanilla-options